Freizeit

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Waschmaschinen und Ferien für alle

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Auto, Waschmaschine und Shopping-Center/ 
Zwei technische Errungenschaften stehen sinnbildlich für die Revolution des Alltags in den 60er Jahren: Das Auto und die vollautomatische Waschmaschine. Die industrielle Massenproduktion und beständig steigenden Einkommen machten Konsumgüter für den Mittelstand immer erschwinglicher.
Die neuen Haushaltgeräte vereinfachten die Hausarbeit, die «moderne Hausfrau» hatte plötzlich Zeit für «Hobbies». Das Familienauto ermöglichte das Wohnen auf dem Land und das Arbeiten in der Stadt. Für die Wochenendeinkäufe fuhr man direkt in die neuen «Shopping-Center» mit ihrem immensen Warenangebot.

 

Neues Prestige für die Massen: Reisen und Sport
Kürzere Arbeitszeiten, höhere Einkommen und billiges Benzin läuteten den Massentourismus ein. Am 9. Februar 1969 startete der «Jumbo-Jet» seinen Jungfernflug. Das Reisen wandelte sich vom Luxusgut zum Alltagsprodukt. Rund um das Mittelmeer wurden Hotelburgen, Hochhäuser und Ferienanlagen innert kürzester Zeit hochgezogen.

Aus: Jost Krippendorf: Die Landschaftsfresser. Tourismus und Erholungslandschaft - Verderben oder Segen? Bern 1975

1972 verfolgte die Schweiz am Fernsehen die Erfolge von Roland Collombin, Bernhard Russi oder Marie-Theres Nadig im Japanischen Sapporo. Skifahren war zum Volkssport geworden. Der Besitz – oder zumindest die Miete – eines Ferienhauses oder einer Wohnung in den Bergen bedeutete das Ankommen im gehobenen Mittelstand. Die Industrie des alpinen Zweitwohnungsbaus war geboren.

 

Sinnvolle Freizeitgestaltung und Naturerlebnis
Das neue Freizeitverhalten hatte auch Auswirkungen auf die Bautätigkeit im direkten Lebensumfeld: Landauf landab entstanden neue Räume für Freizeitaktivitäten und ausserschulische Bildung – vom Schwimmbad über das Gemeinschaftszentrum bis hin zu Zoos und neuen Gebäuden für Kirchgemeinden. Hier sollten Kinder und Erwachsene ihre Freizeit sinnvoll gestalten können. Das Wandern wurde zum Breitensport.

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Waschmaschinen und Ferien für alle